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Vier Fragen, nicht eine

·335 Wörter
Schatten-KI-Audit für Engineering-Teams
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Schatten-KI-Audit für Engineering-Teams
Antriebsstrangentwicklung bei Daimler Truck, fünf Jahre KI-Projekte bei Monolith AI, heute KI-Audits und -Implementierung für Engineering-Teams.

Beim Aufsetzen meines eigenen KI-Setups letzte Woche musste ich vier Fragen getrennt beantworten, die im Alltag immer als eine einzige auftreten.

Die eine Frage lautet: Ist das Tool sicher?

Sie ist so nicht beantwortbar. Nicht weil die Antwort kompliziert wäre. Sondern weil vier voneinander unabhängige Sachverhalte in einem Wort stecken — und je nach Werkzeug fällt jede Antwort anders aus.

Wo läuft die Verarbeitung? Nicht wo der Anbieter seinen Firmensitz hat, sondern in welchem Rechenzentrum die Eingabe tatsächlich verarbeitet wird.

Wer ist euer Vertragspartner, und gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO? Bei manchen Anbietern ist er mit der Anmeldung Vertragsbestandteil, bei anderen musst du ihn aktiv abschließen, und beim privaten Gratiskonto eines Mitarbeiters existiert er nicht. Ohne ihn ist die Diskussion über alles Weitere müßig.

Was passiert mit Ein- und Ausgaben? Speicherung, Nutzung zur Modellverbesserung, Weitergabe an Dritte. Beim selben Anbieter unterscheidet sich diese Antwort zwischen kostenlosem Plan und Geschäftsvertrag fundamental.

Und woher stammt das Modell? Die Frage, die in Diskussionen den meisten Platz einnimmt und für den Datenabfluss am wenigsten aussagt. Bei offenen Gewichten, die bei einem Anbieter deiner Wahl laufen, hat der Entwickler des Modells mit euren Daten nichts zu tun.

Ein pauschales Verbot beantwortet alle vier Fragen mit einem einzigen Nein. Genau deshalb wird es umgangen. Es steht in keinem Verhältnis zu der Aufgabe, die der Mitarbeiter am Freitagnachmittag vor sich hat.

Einen Nebeneffekt erwähne ich noch, weil er oft übersehen wird: Eine Richtlinie, die diese vier Fragen je eingesetztem Werkzeug beantwortet und die Antwort dokumentiert, ist selbst eine angemessene Geheimhaltungsmaßnahme. Das Bundesarbeitsgericht hat 2024 klargestellt, dass Geheimnisschutz gelebte und nachweisbare Maßnahmen voraussetzt.

Bei zwei Werkzeugen ist das eine Stunde Arbeit. Bei fünfzehn ungeprüften Werkzeugen im Haus ist es der Unterschied zwischen einer Richtlinie und einer Behauptung.

»Ist das sicher« klingt nach einer Frage.

Es sind vier.

Könntest du diese vier Fragen für das KI-Werkzeug beantworten, das bei euch am meisten genutzt wird?

Quellen: Art. 28 DSGVO; BAG, Urteil vom 17.10.2024 – 8 AZR 172/23; § 2 Nr. 1 GeschGehG.